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Atopische Dermatitis – Atopie

Allergien – auch unsere Haustiere sind immer häufiger betroffen!

Die atopische Dermatitis (so im Fachausdruck genannt) wird bei unseren Hunden und Katzen immer häufiger diagnostiziert. Ursache sind Allergien gegenüber Aeroallergenen. Diese sind normale Bestandteile unserer Umgebung (z.B. Hausstaub, Hausstaubmilben, Gräser, Bäume usw.). Die auslösenden Allergene werden bei unseren Tieren über die Haut aufgenommen.
Die Erkrankung ist ein sehr komplexes Thema und bis heute immer noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Mit neuen Erkenntnissen ergeben sich im Laufe der Zeit immer spezifischere Therapieansätze.

Wie erkennt man eine atopische Dematitis?

Eine Allergie äußert sich mit  typischen Hautsymptomen.

  • Juckreiz: Das häufigste Symptom ist JUCKREIZ.
  • Verteilungsmuster: Die atopische Dermatitis hat auch oft ein typisches Verteilungsmuster auf der Haut. Vorwiegend sind Kopf (Lefzen, Kinn, die Bereiche um die Augen, Ohren und Pfoten) betroffen. Zudem meist auch die Ellenbeugen, der Achselbereich und der Bauch. Bei manchen Hunden ist auch der Hals und der Pobereich mit einbezogen. Es müssen nicht immer alle Bereiche betroffen sein, sie können sich auch langsam hinzu entwickeln. In seltenen Fällen ist der Rücken mit betroffen, dies ist meist der Fall wenn eine Flohallergie eine Rolle spielt.
  • Entzündungen: Aufgrund der Selbsttraumatisierung der Tiere durch Lecken, Kratzen, Beißen kommt es schnell zu sekundären entzündlichen Veränderungen auf der Haut.
  • Farbveränderungen des Felles: Auffällig ist die bräunliche Verfärbung des Fells, besonders an den Pfoten. Dies kommt durch ständiges Belecken, denn im Speichel sind durch die Futtermittel Farbstoffe (Carotinoide) enthalten.

Wie behandelt man?

Die Therapie der atopischen Dermatitis baut auf verschiedenen Schwerpunkten auf.

  1. Allergievermeidung/ -reduktion, selten praktikabel, da ein Allergiker auf z.B. Gräser immer in bestimmten Jahreszeiten damit konfrontiert ist.
  2. Hyposensibilisierung: Erfolgt durch Injektionen unter die Haut einer bestimmen Allergenmenge (die vorher getestet wurde) die langsam gesteigert wird, mit dem Ziel einer späteren „Allergentoleranz”. Die Erfolgsquote liegt bei 50-80%. Erste Erfolge werden nach 3- 8 Monaten erwartet.
  3. Reduktion der Sekundärinfektionen, somit Wiederherstellung der Barrierenfunktion der Haut. Aufgrund der oftmals massiven sekundären Entzündungen der Haut wird der Juckreiz meist verstärkt. Deshalb ist es wichtig diese Sekundärinfektionen zu behandeln (Hefepilzinfektionen und bakterielle Besiedelung) und dann in eine tiefere Diagnostik einzusteigen.
  4. Auch ist es wichtig weitere Juckreiz auslösende Faktoren zu beseitigen, wie z.B. den Flohbefall (70% aller Fälle) oder auch eine Futtermittelallergie auszuschließen (5-10%).Abschließend ist zu sagen, daß dies nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus dem Thema der Allergien war. Die atopische Dermatitis stellt eine „Erkrankung” ihres Vierbeiners da, die in der Regel eine Dauertherapie erfordert und eine gute Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Tierbesitzer voraussetzt und unverzichtbar ist.
  5. Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern
    Die aktuellste und modernste Therapie erfolgt durch Injektionen eines 2017 neu entwickelten Medikaments, an dessen klinischer Zulassung unsere Dermatologin Tierärztin Pies mitgearbeitet hat.

Um diese Therapie, die sich aus vielen kleinen Einzelheiten zusammensetzt, effektiv zu gestalten, sind ausführliche Gespräche und auch ein hoher Zeitaufwand des Besitzers von Nöten.

Wir begleiten sie gerne und stehen immer für Fragen zur Verfügung.

Quellen: Medlau, Kleintierkonkret für beide Themen