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Cushing – Hypercortisolismus

Morbus Cushing oder „Hyperadrenokortizismus” oder “Hyercortisolismus”

Was ist das?

Hierbei handelt es sich um eine Überproduktion an körpereigenem Cortison, auch Glukokortikoid genannt. Das Hormon wird in der Rinde der Nebennieren produziert, einem kleinem Organ, das den Nieren anliegt.

Cortison übernimmt eine Vielzahl an regulativen Aufgaben im Fett- und Zuckerstoffwechsel, 
im Mineralstoff- und Wasserhaushalt und auch im Immunsystem. Leicht zu verstehen, dass bei einem Zuviel aber auch einem Zuwenig an Cortison im Körper Ihres Tieres eigentlich nichts mehr richtig funktionieren kann.

Verantwortlich für diese schwerwiegende Erkrankung können Tumoren in zwei verschiedenen Bereichen des Körpers sein: Gelegentlich findet sich ein Tumor in der oben erwähnten Nebenniere, der Produktionsstätte des Cortisons. Oft bilden sich aber auch im Hypothalamus oder in der Hypophyse, den übergeordneten Steuerungszentralen im Gehirn, die die Aktivität der Nebenniere regulieren, tumoröse Veränderungen. Letzteres ist bei den meisten Cushing-Erkrankungen der Fall. Eine Abklärung, welche Form bei Ihrem Tier vorliegt, kann mittels Bauch-Ultraschalluntersuchung im Bereich der Nebennieren versucht werden. Die wesentlichen Erkenntnisse aber hat man ja schon durch die Laboruntersuchungen gewonnen!

Wie wird behandelt?

Die Therapie zielt ganz wesentlich darauf ab, die Menge des Cortisons im Blut zu normalisieren. Falls eindeutig ein Tumor in der Nebenniere vorliegt, kann versucht werden, diesen durch eine Operation zu entfernen. Ansonsten kommen Medikamente zum Einsatz, die die überschießende Cortisonproduktion des Körpers hemmen. Um den Therapieerfolg zu kontrollieren, ist eine Überwachung durch spezielle Blutuntersuchungen (ACTH-Test) in regelmäßigen Abständen nötig. Diese Blutuntersuchung können wir im eigenen Kliniklabor innerhalb kürzester Zeit durchführen. So kann rasch eine Dosisanpassung erfolgen.

Mit welchen Komplikationen ist zu rechnen?

Kommt es während der Medikation zu einem zu starken Abfall an Cortison kann dieses zum so genannten „Morbus Addison” führen. Diese schwerwiegende Erkrankung zeigt sich durch Apathie, Schwäche, Erbrechen, oft auch in lebensbedrohlicher Form mit Schocksyndrom. Eine Therapie erfolgt durch die Gabe von Glukokortikoiden.
Außerdem kann durch den Morbus Cushing eine „Diabetes mellitus”, die Zuckerkrankheit, entstehen.
Ebenfalls häufig sieht man eine Infektion der Harnwege.
Eine lebensbedrohliche Situation kann durch eine Thromboembolie (Gefäßverstopfung) entstehen.

Eine intensive Überwachung des Patienten und Ihre Mithilfe als Tierbesitzer/in sind deshalb von großer Wichtigkeit! Bitte informieren Sie uns umgehend, wenn Ihr Hund sich auffällig verhält, erbricht oder Durchfall bekommt!

Haben Sie noch Fragen? Sprechen Sie uns gern an!