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Das hypertensive Syndrom – Bluthochdruck am Auge

Das hypertensive Syndrom mit einer Retinopathie – Was ist das?

Die Netzhaut (Retina) besteht hauptsächlich aus Nervenzellen, die für das Sehen verantwortlich sind. Erkrankungen der Netzhaut führen zu Seheinschränkungen oder zur vollständigen Erblindung.

Ein häufiges Krankheitsbild bei älteren Katzen (selten bei Hunden) ist das so genannte hypertensive Syndrom mit Netzhautveränderungen (Retinopathie). Hierbei wird die Netzhaut durch einen zu hohen Blutdruck (= Hypertension) geschädigt. Der Bluthochdruck führt zur einer Erweiterung und Entzündung der Gefäße, bis es schließlich zu Rissen in den Gefäßwänden und damit zu Blutungen in die Netzhaut und ins innere Auge kommt. Blutungen ins vordere Auge sind für den Besitzer gut sichtbar, während die Blutungen in die Netzhaut und in den Glaskörper nur bei einer speziellen Augenuntersuchung für den Tierarzt sichtbar sind. Als Folge hiervon kann es zu einer Netzhautablösung (Ablatio retinae) kommen, die dann innerhalb einiger Tage abstirbt.

Was sind die Anzeichen?

Oft sind die Anzeichen eines Bluthochdrucks zu erst am Auge erkennbar. Die Allgemeinsymptome können nur sehr gering ausgeprägt sein.

Hierzu gehören:

  • weite, starre Pupillen, die auch auf Lichtreize nicht mehr reagieren
  • deutlich Sehverschlechterung oder plötzliche Blindheit
  • Einblutungen ins Innere des Auge bis ins vordere Auge: „rotes Auge”

Was sind die Ursachen einer hypertensiven Retinopathie?

Ein Bluthochdruck kann durch viele Erkrankungen hervorgerufen werden, die auf alle Fälle durch weitere Untersuchungen abgeklärt, bzw. ausgeschlossen werden sollten.

Hierzu gehören:

  • Erkrankungen der Niere (Insuffizienz)
  • Dysfunktionen der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  • Herzerkrankungen (Herzmuskelveränderungen, Tumoren)

Aufgrund der eventuell vorliegenden ggf. lebensbedrohenden Allgemeinerkrankung sollte grundsätzlich eine gründliche internistische Untersuchung des Tieres erfolgen.

Diese sollte eine Blutuntersuchung beinhalten um die Nierenwerte, andere Organparameter und die Schilddrüsenwerte zu kontrollieren.  Je nach Befund sollte anschließend durch weiter diagnostische Verfahren wie Röntgen und Ultraschall eine Herzerkrankung ausgeschlossen werden. Selbstverständlich sollte auch der Blutdruck gemessen werden.

Wie wird die hypertensive Retinopathie behandelt?

Je nach Befund sollte in erster Linie natürlich die Grunderkrankung behandelt werden. Zusätzlich wird der Bluthochdruck mittels Medikamenten gesenkt, was meistens eine lebenslange Therapie ist. Die Entzündung der Netzhaut wird symptomatisch mit entzündungshemmenden und abschwellenden Medikamenten behandelt.

In einem bestimmten Stadium der Netzhautablösung (punktuell oder fokal) kann die Netzhaut mittlerweile sogar „operativ” mittels Laser fixiert werden. Hierbei wird der Dioden-Laserstrahl mit einem so genannten indirekten Ophthalmoskop direkt unter Sichtkontrolle auf die Netzhaut geleitet. Man nutzt hierbei die koagulative Wirkung des Laserlichtes, so dass die Netzhaut sozusagen „festgeschweißt” wird und sich nicht weiter ablösen kann.

Wie sind die Chancen?

Die Prognose für die Wiederherstellung oder den Erhalt des Sehvermögens hängt zum einem vom Zeitpunkt der Vorstellung in der Praxis ab, zum anderen natürlich von der eigentlichen Ursache der Blutdruckerhöhung. Trotz Senkung des Blutdrucks können bleibende Schäden der Netzhaut entstehen, so dass das Sehvermögen nur unvollständig oder gar nicht mehr wiederhergestellt werden kann.

Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Erfolgschancen.