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Magendrehung

Magendrehung: Was ist das?

Eine Magendrehung ist eine akut lebensbedrohliche Erkrankung des Hundes bei der sich der mit Futter gefüllte Magen um die eigene Achse dreht. Hierbei wird die Durchblutung der Magenwand gestört, bzw. unterbunden und der Magen stirbt langsam ab. Der Mageninhalt kann nicht mehr in den Darm weitergeleitet werden und fängt an zu gären. Dadurch gast der Magen sehr stark auf und drückt auf andere innere Organe in der Brust- und Bauchhöhle. Oft dreht sich neben dem Magen auch die Milz mit, ein sehr gut durchblutetes Organ. Letztlich kann die Magenwand durch den inneren Druck zerreissen.

Die Patienten geraten in eine Schocksituation, die unbehandelt immer zum Tode führt. Somit muss ein Hund, der die typischen Anzeichen einer Magendrehung zeigt, unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Wenn sich der Verdacht einer Magendrehung bestätigt, muss der Patient einer Notoperation unterzogen werden.

Welche Anzeichen gibt es?

Die ersten Anzeichen treten in der Regel 30 min. bis 2 Stunden nach der Fütterung auf, häufig in Zusammenhang mit starker Bewegung. Typischerweise zeigen die betroffenen Hunde starkes Speicheln und Würgen von Schleim, da der produzierte Speichel durch die Drehung nicht mehr in den Magen gelangen kann. Abgeschlucktes Futter oder Wasser wird postwendend wieder hochgewürgt. Die Tiere werden mit zunehmender Schocksituation träger und apathisch. Äußerlich zeigt sich eine starke Magenaufgasung durch einen trommelartig aufgetriebenen Bauch.

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Große Hunde, die sehr hastig fressen, hyperaktiv sind und / oder einen tiefen Brustkorb haben, sind besonders gefährdet.
Die bekannteste betroffene Rasse ist die Deutsche oder Dänische Dogge, sie erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 80%. Aber auch Golden Retriever, Dobermann, Deutscher Schäferhund oder Berner Sennenhund sind häufige Rassen, die an einer Magendrehung erkranken.

Wie wird behandelt?

Die einzige Therapiemöglichkeit besteht in einer Notoperation. Die Bauchhöhle des Patienten wird hierbei eröffnet, der Magen abgegast, wieder in seine normale Position zurückgedreht und operativ fixiert, um eine erneute Drehung in Zukunft zu vermeiden.

Weitere wichtige Massnahmen sind:

Der Verdacht einer Magendrehung wird mittels klinischer Untersuchung und durch ein Röntgenbild vom Bauchraum bestätigt.
Der Kreislauf muss sofort durch Medikamente und Infusionen stabilisiert werden.
Blutuntersuchungen (Blutgase, Elektrolyte und Organwerte) helfen die Schockreaktionen zu erkennen.
EKG-untersuchungen prüfen die häufig auftretenden Herzrythmusstörungen. Ein EKG kann noch bis zu 48 Stunden nach einer Operation erforderlich sein.

Die Chancen zu überleben hängt dabei vom Schweregrad der Erkrankung ab. Allgemein lässt sich sagen: Je früher eine Magendrehung erkannt und eine Notoperation durchgeführt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Überleben und eine vollständige Genesung.

Im Verdachtsfalle sollten Sie uns unbedingt telefonisch vorab informieren. Wichtige und zeitsparende Vorbereitungen können bis zu Ihrem Eintreffen in unserer Tierklinik getroffen werden.

Was kann man vorbeugend tun?

  1. Fütterung und Ruhe:
    Bei hastigen Fressern empfiehlt es sich, in vielen kleinen Portionen anstelle von ein oder zwei Tagesportionen zu füttern. Nach der Fütterung sollten Hunde mindestens 2 Stunden ruhen, damit die Magenentleerung ohne Komplikationen erfolgen kann.
  2. Operation: Zudem kann eine prophylaktische Fixation des Magens in einer Operation erfolgen. Dies empfiehlt sich bei besonders gefährtdeten Tieren, wie zum beispiel Doggen.