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Schäferhund-Keratitis, KSC

Was ist das ?

Der medizinische Fachausdruck für diese Erkrankung lautet “Keratitis superficialis chronica (KSC) nach Überreiter” oder auch „Keratitis pigmentosa”. Es handelt sich hierbei um eine progressive entzündliche Erkrankung der Hornhaut, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Die Entzündung tritt immer an beiden Augen auf, kann aber unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Auch die Bindehaut des Auges (3. Augenlid / Nickhaut) kann allein oder zusätzlich von dieser Erkrankung betroffen sein. Bei dieser Erkrankung spricht man dann von einer plasmazellulären Konjunktivitis.

Die genauen Mechanismen dieser Erkrankung sind noch nicht bekannt, man geht von einer Entgleisung des lokalen Immunsystems (Abwehrsystems) am Auge aus, so dass es als Folge die körpereigenen Zellen der Hornhaut oder der Bindehaut angreift und eine Entzündungsreaktion entsteht.

Es können alle Hunderassen betroffen sein, wobei der Deutsche Schäferhund (DSH) am häufigsten vertreten ist, woher auch der Name „Schäferhund Keratitis” kommt.

Welche Anzeichen gibt es?

Es treten die typischen Entzündungszeichen auf: Rötung und Verdickung der weißen Lederhaut (Sklera) beider Augen im äußeren Lidwinkel, welche dann auch auf die Hornhaut übergehen. Die Hornhaut trübt sich zu Beginn ein (opakes, weißliches Aussehen). Im Anschluss wachsen Blutgefäße in die Hornhaut ein (zunehmende Rötung) und im Randbereich treten schwartige Verdickungen auf (rosa-blutrot), die sich immer mehr zur Mitte des Auges hin ausbreiten und sich in schlimmen Fällen über die gesamte Hornhaut ausbreiten können. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer fortschreitenden Pigmentierung der Hornhaut (Braunfärbung), die dann ihre Durchsichtigkeit verliert. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 3.-5. Lebensjahr in Erscheinung.

Wie erfolgt die Diagnose?

Anhand des Vorberichtes und einer klinischen Untersuchung mittels spezieller Augeninstrumente (Spaltlampenbiomikroskop) kann eine Keratitis superficialis chronica nach Überreiter diagnostiziert werden.

Was sind die Ursachen?

Die Erkrankung tritt bei entsprechender Veranlagung auf und wird durch UV-Strahlung verstärkt bzw. ausgelöst.

Welche Tiere sind betroffen?

Beim Deutschen Schäferhund (DSH) ist die Erkrankung am häufigsten vertreten, es können aber alle Hunderassen betroffen sein.

Wie erfolgt die Behandlung?

Das Ziel der Therapie ist akute Entzündungsschübe schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und folgende zu unterdrücken. Eine Heilung der Erkrankung gibt es nicht.  Die Ursache der Entzündungsschübe liegt in einer überschießenden Immunreaktion am Auge. In der Regel werden zuerst kortisonhaltige Augensalben eingesetzt, bei ganz heftigen Schüben wird auch eine Injektion in die Bindehaut am Auge unter lokaler Anästhesie durchgeführt. Dauerhaft werden die Entzündungsschübe mit dem Wirkstoff Cyclosporin A in Form einer Augensalbe unterdrückt. Sobald man mit der Therapie aufhört, kommt es wieder zu einem Rezidiv (Wiederauftreten). Es ist also eine konsequente, regelmäßige und lebenslange Therapie nötig !

Wie sind die Chancen?

Wird die Erkrankung regelmäßig und konsequent mit wirksamen Medikamenten behandelt, ist die Prognose als günstig einzustufen.

Der Besitzer muss das Auge gut beobachten und darauf achten den Hund aus der Sonne zu halten, da der kurzwellige Anteil der UV-Strahlung nachgewiesen akute Entzündungsschübe auslösen kann. Je nach Gemüt des Hundes gibt es spezielle UV-Schutz-Brillen für Hunde, die die Augen schützen (Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Klinik).

Ebenso werden regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt 1-2x jährlich angeraten.