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    Tierarzt Notdienst Offenbach



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    Oktober 2017Nerven und Hirn

    Epilepsie bei Hunden

    Was ist Epilepsie bei Hunden?

    Die Epilepsie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft. Tierärzte unterscheiden die primäre Epilepsie bei Hunden von einer sekundären Epilepsie. Die primäre Epilepsie bei Hunden ist eine Erbkrankheit, die gehäuft bei bestimmten Rassen, beispielsweise dem Golden Retriever, Labrador Retriever, Collie oder Beagle, vorkommt. Die Nervenzellen von Hunden mit Epilepsie sind leichter erregbar, was zu den Krämpfen führt. Bei einer sekundären Epilepsie bei Hunden ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Vergiftung die Krämpfe auslösen.

    Im „klassischen epileptischen Krampf“ liegt der Hund auf der Seite, ist nicht mehr ansprechbar und zeigt Streckkrämpfe und rudert mit den Beinen. Er kann Urin und Kot verlieren und oftmals speichelt er. Die Augen können verdreht sein. Wie lange ein epileptischer Krampf beim Hund dauert, variiert sehr stark. Meist sind die Hunde nach einem Krampf verwirrt, desorientiert und erschöpft. Untypische Krämpfe äußern sich beispielsweise durch Zucken einer Gliedmaße oder eines Muskels oder durch auffälliges Verhalten; der Hund schnappt beispielsweise nach nicht vorhandenen Fliegen, läuft im Kreis, starrt in die Luft oder bellt fiktive Personen oder Gegenstände an.

    Was sind die Ursachen der Epilepsie bei Hunden?

    Der Tierarzt unterscheidet verschiedene Ursachen für Epilepsie bei Hunden. Die eigentliche (primäre) Epilepsie bei Hunden liegt vor, wenn alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen sind. Erkrankungen der inneren Organe, wie Nieren- oder Leberstörungen oder Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, können eine sekundäre Epilepsie bei Hunden auslösen. Bei jungen Hunden kann ein sogenannter Shunt vorliegen; darunter versteht man eine Missbildung der Lebergefäße. Dabei werden die Giftstoffe nicht genügend aus dem Körper gefiltert, reichern sich im Gehirn an und führen zu Krämpfen. Infektionskrankheiten und Vergiftungen können die gleichen Symptome auslösen, ebenso wie eine Störung im Salz- und Wasser-Haushalt des Hundes. Auch Erkrankungen des Gehirns lösen Krämpfe aus. Missbildungen, Verletzungen, Entzündungen oder Tumoren sind weitere mögliche Ursachen für Epilepsie bei Hunden.

    Sind alle Ursachen für Epilepsie bei Hunden ausgeschlossen, liegt eine sogenannte primäre Epilepsie (idiopathische Epilepsie) vor. Die Ursache für das Krampfen liegt in den Nervenzellen des Gehirns selbst. Durch einen erblichen Fehler sind die Nervenzellen leichter erregbar und sind schnell zu stark gereizt. Der Hund bekommt einen epileptischen Krampfanfall. Besonders häufig betroffen sind hiervon beispielsweise Cockerspaniel, Pudel, Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever, Labrador Retriever, Boxer und der Vizla. Meist sind die Hunde beim ersten Krampf zwischen einem und fünf Jahre alt. Generell empfiehlt es sich, nicht mit Hunden, die an Epilepsie leiden, zu züchten, da eine Vererbung nahe liegt.

    Wie äußert sich eine Epilepsie bei Hunden?

    Eine Epilepsie bei Hunden äußert sich, unabhängig von ihrer Ursache, durch verschieden starke Krampfanfälle. Bei einigen Hunden deutet sich der beginnende Anfall bereits durch eine Änderung des Verhaltens an: Der Hund ist ängstlich, unruhig oder sehr anhänglich. Bei Hunden, die eine sogenannte „Aura“ vor ihren Anfällen zeigen, ist es ratsam, beruhigend auf sie einzuwirken, denn dies kann den folgenden Anfall abschwächen.

    Bei einem „klassischen“ epileptischen Anfall, der Tierarzt spricht vom generalisierten epileptischen Anfall, liegt der Hund auf der Seite. Er streckt die Beine steif von sich und rudert mit ihnen. Seine Augen sind verdreht und er reagiert auf Ansprache nicht mehr. Es kann sein, dass der Hund beim epileptischen Anfall vermehrt speichelt und Urin und Kot verliert.

    Bei partiellen epileptischen Anfällen zucken häufig einzelne Muskeln, oftmals im Gesicht, oder einzelne Gliedmaßen des Hundes. Der Hund kann außerdem den Kopf oder Hals verdrehen. Es gibt auch komplexere Formen von partiellen Anfällen. Der Hund zeigt dann Verhaltensänderungen, beispielsweise Angst, er schreit, schnappt nach imaginären Fliegen, starrt in die Luft, bellt fiktive Menschen oder Gegenstände an oder rennt wild im Kreis herum.

     

    Wie erfolgt die Diagnose?

    In der Tierklinik Trillig können wichtige Untersuchungen zur Abklärung der Ursachen durchgeführt werden:
    Zuerst erfolgt eine gründliche Erhebung des Vorberichtes mit den Beobachtungen des Besitzers und eine ausführliche klinische Untersuchung. Danach erfolgt eine Blutuntersuchung im hauseigenen Labor mit Prüfung der Organfunktionen (incl. Schilddrüse, Ammoniak, etc.). Eine zusätzliche Abklärung des Herz-Kreislaufsystems sowie Röntgenaufnahmen und  Ultraschalluntersuchungen sind  in einigen Fällen sinnvoll.
    Bei Verdacht auf Erkrankungen im Hirn können CT-Untersuchungen (Computertomographie) und Liquorpunktionen (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit) eingesetzt werden.
    Die genauen Ursachen sind dennoch leider nicht immer erkennbar.

    Wie erfolgt die Behandlung?

    Hierzu muss man die verschiedenen Formen der Epilepsie unterscheiden. Akute Anfälle, die länger als 5 Minuten dauern,  müssen tierärztlich behandelt werden. Auch mehrere Anfälle an einem Tag (Cluster) sollten rasch vorgestellt werden.  In einem epileptischen Anfall erhalten Hunde intravenös Medikamente gegen die Epilepsie.

    Hunde mit Epilepsie erhalten Medikamente in Tablettenform. Hierdurch können in vielen Fällen die Anfälle verhindert oder zumindest in Stärke und Häufigkeit abgeschwächt werden.
    Bei manchen Medikamenten erfolgt eine regelmäßige Kontrolle des Blutes zur Prüfung des Wirkspiegels (Blutkonzentration) , Untersuchungen der Organwerte werden bei allen Patienten empfohlen.

    Behandelt können Hunde eine meist normale Lebenserwartung und Lebensqualität erreichen. Wichtig ist es eine Therapie nicht zu spät zu beginnen.

     


    Spezialistenzentrum für Kleintiere